Ausschnitte einer musikalischen Revue zur Eroberung Amerikas
Bartolomé de las Casas - Text: Thomas Laubach, Musik: Thomas Quast, Rechte: tvd-Verlag, Düsseldorf
 
 
Bartolomé de las Casas - er kam 10 Jahre nach der Entdeckung Amerikas erstmals als Soldat in die "Neue Welt" und erlebte, daß die glorreiche "Entdeckung Amerikas" nichts anderes war, als eine Eroberung, verbunden mit Verwüstung, Unterjochumg und Entvölkerung ganzer Inseln, ja mit der Ermordung von Millionen Menschen.

InCapella hat verschiedene Stücke aus der gleichnamigen Revue von Th. Laubach und Th. Quast ausgewählt und mit Theaterspiel, Chor- und Sologesang, Aktionen und Tanz neu inszeniert.

Sie handeln vom Lebenslauf des Las Casas, seinem Sinneswandel, von seiner Zeitgeschichte, aber auch von den Urproblemen,"den Anderen nicht Anders-sein-lassen zu können", zu glauben, daß nur die eigene Religion, die eigene Weltanschauung der einzig richtige Weg zum Seelenheil ist, damit Unterdrückung und Ermordung rechtfertigend.

Ausführende:

Spieler:
Bartolomé de las Casas  Barbara Taubert
Königin Isabella Anke Walter
Christoph Kolumbus (Colon) Thomas Lauritzen
Erzähler Doris Heimann
Die Leute von Babel Rover der DPSG
 
Tanz: Eleonore Wetsch
 
Chor:
Sopran Sylke Hammerschmidt, Alexandra Klemisch,
Birgit Ölker, Astrid Prior, Uta Wehrmann
Alt Annkathrin Tadday, Barbara Taubert
Tenor Peter Ölker, Markus Theil
Baß Sascha Fütterer, Markus Hammerschmidt, Gerald Klaes,
Christian Prior, Tobias Schilgen, Thorsten Schomacher
   
Instrumente:
Gitarre Stephanie Plenge
Tasten Andreas Theil
Kontrabaß Godehard Singer
Saxophon Franz Janßen
Flöte Hildegard Singer
Schlagzeug Golo Königshoff
   
Tontechnik: Thomas Heimann, Peter Ölker
Licht: Thomas Heimann
Ton- und Lichtanlage: team production Veranstaltungstechnik GmbH, Espelkamp
Requisiten: freundliche Leihgabe des Landestheaters Detmold
Plakate: Alexandra Klemisch
Fotos: Photo Atelier Astrid Prior
Inszenierung: Annkathrin Tadday, Susanne Kampel
Leitung: Susanne Kampel
 
Unser besonderer Dank gilt Markus Maurer, der uns bei einigen Proben kräftig unterstützt und musikalisch beraten hat. Dankeschön auch allen Spendern für Ihre Unterstützung, sowie all denen, die uns bei unserem Vorhaben in irgendeiner Weise behilflich waren.
 
 

 
 
"Bartolomé de las Casas" aufgeführt 

"Ihr seid der Hoffnung Gesicht" 

Steigende Motivation und Ausdauer haben der Jugendschola der katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde in Detmold nach fast einjähriger Probezeit am Sonntag den verdienten Erfolg beschert: In einer aufwendigen Neuinszenierung
 

Das christliche "Musical" brachte viele Zuschauer dazu, über sich selbst und den Umgang mit der Welt nachzudenken. (Foto: Niemeyer)
des christlichen Musicals "Bartolomé de las Casas" von Thomas Laubach und Thomas Quast entfachte das Ensemble in der Heilig-Kreuz-Kirche mit eindrucksvollen Theaterszenen, Tanz, Chor- und lnstrumentalmusik ein wahres Feuerwerk an Überzeugungskraft und Enthusiasmus. Die spürbare, äußerst starke Bekenntnis der Beteiligten zur Aussage und Zielsetzung der Veranstaltung ergriff die Besucher in der vollbesetzten Kirche schon nach den ersten Liedern. 

Die Jugendschola erinnerte mit ihrem Konzert an die mehr als 500 Jahre zurückliegende "Eroberung der Neuen Welt" mit all ihren Schreckensbildern wie Mord und Verwüstung. Imperialismus und Ausbeutung - jene Schreckensbilder mit bedrückender Aktualität. 

Die Texte des mahnenden Sprechgesangs, die Lieder und Theaterszenen berichten von der Bewußtseins- und Sinneswandlung des spanischen Bürgersohns Bartolomé de las Casas, der zunächst in der Neuen Welt über Sklaven, Geld und Macht verfügte, sich dann aber zunehmend davon distanzierte und sich stattdessen für die Indios einsetzte. Ihm wurde bewußt, welches Unrecht den Indios widerfuhr. 

"Den Armen Recht verschaffen, den Stummen Stimme geben und neues Leben weitergeben", das wurde zu seinem Motto. Das Lied ging unter die Haut, die anderen sorgfältig ausgewählten Texte und Lieder standen dem in nichts nach. 

Neben der hervorragend harmonierenden Band, die eigens für Live-Musik zusammengestellt wurde und für schon fast professionell klingenden Sound sorgte, begeisterten besonderes zwei Gesangssolistinnen mit ihren Alt-Stimmen: Annkathrin Tadday und Barbara Taubert. Erstere inszenierte auch die Neuauflage des Musicals. 

 
''Nicht allzu kirchlich, 
dafür swingend 
 
Susanne Kampel sorgte dafür, daß es nicht allzu "kirchlich" zuging - mit swingenden Rhythmen brachten sie und ihre Instrumental- und Gesangsgruppe Schwung ins Geschehen - keine Spur von eingefahrenen, müdemachenden Kirchenliedern. Unter ihrer Leitung entstand ein hörenswertes und gleichzeitig nachdenklich stimmendes Konzert, das von den Besuchern überschwenglich mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, nachdem der letzte Ton verklungen war - zu Recht, denn was die Akteure ihrem Publikum am Sonntagabend geboten haben, war schon Spitze. 

Und vielleicht hat so mancher Besucher die Aufforderung verstanden: "Ihr seid der Hoffnung Gesicht". Ralf Niemeyer 

Quelle: Lippische Landeszeitung, Mittwoch, 20. März 1996